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Slobodan und ich

Dominik Dominik sagt:

Auf der schwäb’sche Eisebahna

Zugfahren verbindet. Meistens ist es der iPod, der mir anerkennende Blicke von iBook-Besitzern oder anderen iPodnutzern einbringt. Manchmal ist es aber auch die Verzweiflung. Wie heute.

“Am 23., da fährt doch kein Mensch mehr Bahn” sprach ich und stand von Köln bis Ulm im Gang. War aber nicht schlimm, denn man stand so eng, dass man sich nicht mehr festhalten musste, umfallen konnte man schließlich nicht. gegenüber mir ein Mädchen, vielleicht 15 Jahre alt und langen schwarzen Haaren und einer Hautfarbe von der jede deutsche Solariengängerin nur träumen kann. Bei ihr eine schon etwas ältere Frau, vermutlich eine etwas entferntere Verwandte. Inderinnen, wie ich vermute. Beide unterhalten sich in einem fließenden Englisch.

Seltsame Leute passieren den überfüllten Gang und jedes mal müssen alle aufstehen und sich verrenken, um Platz zu machen. Der Ärger der gestressten Leute bringt mich und mein Gegenüber zum grinsen man tauscht sich das Geschehen kommentierende Blicke aus. Später bietet sie mir Erdnüsse an, ich verneine und bedanke mich - auf Englisch. Eine alte Dame passiert, ich stehe auf und mache Platz und die erfreute Frau bedankt sich freundlich, weil ich schon wieder aufstehen müsse. Ich erwidere, dass ich befürchten würde, ich müsse noch ganz ganz oft aufstehen und das auch kein Problem sei. Das Mädchen lacht und übersetzt ihrer Begleiterin meine Worte, die daraufhin auch grinst.

Man sitzt, man liegt, man steht weitere Stunden nebeneinander, stöhnt und lacht ohne Worte über die selben Leute. Mit ihrer Mitfahrerin erinnert sie sich an “Munich”, offenbar haben sie eine kleine Deutschlandreise hinter sich. Vor Stuttgart fragt sie mich, wieder auf Englich, ob ich wisse, was der nächste Halt sei. Ich bestätige Stuttgart und frage, ob sie hier im Urlaub sei. Sie bejaht und ich auf meine Nachfrage, woher sie denn komme. “half indian, half german”.

Ihre Mitfahrerin fragt, ob es vom Bahnhof weit sei. Sie verneint, nennt einen Städtenamen wie man es nur als Schwabe kann. Der Zug hält, sie lächelt und winkt. Und war verschwunden.

Ich gehe jede Wette ein, jeder von uns hat die ganze Zeit überlegt, welche Sprache der Andere nun spricht und woher er kommt. Und ausgerechnet mein “Grieß die Gott” hätte sie vermutlich verstanden.

3 Reaktionen zu “Auf der schwäb’sche Eisebahna”

  1. BadBitch

    Das kommt einem doch irgendwie bekannt vor…

    Schaffhausener Bahnhof morgenz um 1.oo Uhr mit Germanezen am Natel, labert man türlich germanezish, wenn einen dann nen Swizza auf Germanezish anspricht, wo der Zigarretten - Automat sei, answert man dann auch auf Germanezish n fragt sich fünf Minuten später, wie es dazu kommt, dazz zwei Swizzaz in der Schweiz miteinander Hochdeutsch labern… (”Der hat echt gerade gedacht, du seist ne Deutsche?!” “Yoa.” “Ist ja lächerlich.”) war zumindest amüsant.

    Also feel dich einfach darüber geehrt, dazz man dich für was hält, was du eigentlich gar net bist ;D

  2. Chrissi

    Wieder eine von diesen traurigen “Nie wieder sehen - Geschichten…. “

  3. gooh

    Ich als iBook Besitzerin werfe mal wieder anerkennende iPod-Neider Blicke ;)

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