Dominik Schwarz - grenzschicht.com

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Slobodan und ich

Dominik Dominik sagt:

Herr Groß

Hüte dich vor den Frauen. Sie sind weitaus gefährlicher als die Männer.

Sagt dem Alexander seine Mama. Und die weiß, wovon sie spricht. Ihre Komplexe kompensiert sie damit, dass sie die ganze Zeit irgendwelche Schlangen betüttelt und ihrem Sohn was vom bösen Vater vorjammert. Kein Wunder, dass der Alexander da irgendwann keinen Bock mehr hat und die Welt erobert.

Gewiss gibt es viele schlechtere Filme als Alexander der Große . Gewiss gibt es aber auch viele bessere. Dafür nicht ganz so viele längere, denn ganze 3 Stunden lang leidet Mama Alexander und kämpft ihr Sohn. Dieser Blondschopf mit den stahlblauen Augen hat nämlich einen Traum, den traum der Einigkeit vieler Völker. Also zieht der durch den Königsmord frisch zum Herrscher aufgestiegene Jüngling aus und unterwirft ein Volk nach dem anderem. Doch anstatt sie zu unterjochen betört er sie mit seiner Herzensgüte und gewinnt sie so als Verbündete.

Immer weiter zieht er nach Osten und wer Monumentalschlachten mag, wird diesen Film lieben. Und ganz klar, Kameraflüge über tausende kämpfende Soldaten beeindrucken und das historische Babylon fasziniert. Das war’s dann aber auch schon, denn Colin Farell ist als Alexander so unglaubwürdig wie die gesamte Art, auf pseudohistorisch Alexanders Lebensgeschichte dargestellt wird. Angefangen von Angelina Jolie, die man doch lieber als Tomb Raider sehen sollte über oft platte Dialoge und Bauchtänzerinnen untergebener Völker, die auch im Kreis hunderter Männer die gerade ihr Land erobern voller Hingabe tanzen bis zu Alexanders Freund. Dem dem darf Farell zwar vielfach seine Liebe bekunden, Körperkontakt darf es dann aber doch nur mit seiner asiatischen Frau geben. Mag sein, dass Alexander von einer Kessheit betört wurde, dass sie es allerdings als seine Frau hätte wagen dürfen, sich in der Hochzeitsnacht zu verweigern, darf bezweifelt werden. Vielmehr die einzige dramaturgische Möglichkeit einer Sexszene, wenn schon die ihren Sohn begehrende Mutter und der homosexuelle Freund nicht zugemutet werden können. Ist umso mehr Platz für erspeerte, erdolche, erdrosselte, geköpfte, entstellte, verstümmelte Kämpfer. Nicht, dass übermäßig Gewalt dargestellt würde, nein, das nicht. Nicht mehr, als in einem Historienfilm zu erwarten. Die Relation allerding mutet befremdlich - amerikanisch - an.

Und dann wird er doch einmal getroffen. Von einem Elefanten heran schleudert ein Inder einen Speer in Alexanders Brust. Die weiteren Kämpfe sieht man in Rot. Eine völlig unpassende Technik, wohl als Kunstgriff nach dem Motto “weniger ist mehr” gedacht. Mit dem gleichen Erfolg, als fände der StarWars Endkampf plötzlich als Zeichentricksequenz im Sounthparkstil statt. Dann gehst nur noch 45 Minuten, dann ist er wirklich tot. Ich bin geschafft. So war er also, der Alexander. Oder?

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Mit Herz und Totenkopf durchs feindliche Leben
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