Dominik Schwarz - grenzschicht.com

Dominik Schwarz: grenzschicht.com

Slobodan und ich

Dominik Dominik sagt:

Brennstoff

Es ist wohl einer häfigsten Fehler, voralllem im Internet: Das “Copyright by”. Tatsächlich ist dies ziemlicher Quatsch, denn während in den Staaten eine Sache ausschließlich über das Copyrightzeichen und einen kostenpflichtigen Eintrag in Washington geschützt ist, gibt es in Deutschland eine viel bessere Sache. Das Urheberrecht schützt völlig automatisch, bedarf keinen gesonderten Hinweises und kostet keinen Cent. Doch das Urheberrecht ist in die Jahre gekommen und die Technik hat das Gesetz längst überrollt.

Jetzt legt Ministerin Zypris die veränderte Fassung eines neuen Urheberrechts vor, angepasst an die veränderten Bedingungen und vorallem das Internet. Privatkopien sind und bleiben erlaubt. Angeblich zumindest, denn de facto nur, wenn die Plattenfirma will. Setzt das Label einen Kopierschutz ein, war’s das leider: Das knacken von Kopierschutzsystemen bleibt in jedem Fall nicht nur verboten sondern ist sogar strafbar. In der Praxis bedeutet dies, dass jeder, der seine legal erworbene CD für seinen MP3 Player rippt und dabei den Kopierschutz überwindet, eine Straftat begeht. Angesichts der iPod Flut unterm Tannenbaum eine groteske Vorstellung.

Die Tauschbörsenfrage allerdings wurde gut gelöst. Grenzüberschreitungen im Bagatellenbereich werden nicht mehr kriminalisiert. Verletzungen im einstelligen Bereich seien straffrei, im zweistelligen grenzwertig und im dreistelligen sicher strafbar. Ganz interessant ist, was Chip.de zu diesem Thema behauptet, denn die schreiben zum Thema “Unveröffentlichte Videodateien aus Tauschbörsen und Kopien geschützter DVDs:

Verstöße werden jedoch nicht von den Ermittlungsbehörden verfolgt, wenn es sich um Bagatelldelikte handelt und die Kopien nur für Freunde oder Familie bestimmt sind.

Ob die Computerzeitschrift da korrekt bzw im korrekten Zusammenhang zitiert, darf momentan bezweifelt werden. Denn tatsächlich würde dies das gesamte Gesetz zur Proforma-Sache machen und ein Freibrief für die Mehrzahl aller Tauschbörsesauger, denn wohl die große Mehrzahl zieht für den privaten Gebrauch.

Bleibt abzuwarten, was und vorallem ob sich tatsächlich etwas ändern wird.

Die taz zum Thema.
Die SZ zum Thema.

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