Dominik Schwarz - grenzschicht.com

Dominik Schwarz: grenzschicht.com

Slobodan und ich

Dominik Dominik sagt:

“Komm saufen.” - “ok”

Unlängst referierte ich über “A Viertele schlotza” und die Grausamkeit meiner Muttersprache an dieser Stelle. Wie man sich angemessen über dieses Thema unterhält, lehrte mich heute eine Freundin, die von ihrem Freund mal schnell auf ein Glas Wein eingeladen wurde.

Er:

Übrigens türmen sich bei mir die weinflaschen, da ich sie immer in gleichen intervallen nachkaufe und deshalb eine relative rückmeldung des konsums in abhängigkeit ihrer präsenz im regal feststellen kann, die sich betrachtet des intervalls, innerhalb dessen ich die leeren (flaschen) zum kontainer bringe, eine absolute aussage mittels der polarisierung voll und leer über die ereignisse des gemeinsamen weinkonsums mit dir machen, eingedenk dem axiom, dass ich den wein nur mit dir trinke. mitschwingend werden etwaige positive verstärker wach, die gerade nach dem hullschen prinzip eine verhaltenssteuerung postulieren, gemäß derer ich den gemeinsamen weinkonsum als angenehm erachte und deshalb erst diese botschaft (verhaltensgesteuert) formuliere, wobei hier als verstärker eine zumeist nicht nur mögliche , sondern in fast allen fällen zu erwartende, konversation definiert ist. in anbetracht des hullschen bedürfnisbefriedigungspostulats (an einigen ecken auch in tierversuchen empirisch nachgewiesen) muss eine bedürfnisbefriedigung dringend erfolgen, sonst steigern sich die verhaltensweisen, die dem zielzustand dienlich sind enorm und nehmen alsbald eigenwilligen charakter an.

SIE:

Zur möglichst restlosen Annullierung der sich mir darbietenden Besorgnisse, hier einige optionale Handlungsstrategien. Unmittelbar bietet sich zunächst die Option –ich nenne sie Option ä-, die Intervalle zwischen dem Kauf von Flasche n (voll) und dem Kauf von Flasche n+1 (voll) zu vergrößern bzw. gänzlich auf diese ritualisierte Form der Konsumprofilaxe zu verzichten, um eine relative Gleichverteilung innerhalb des geschaffenen Dipols „Volle Flaschen – leere Flaschen“ herzustellen. Da diese Lösung jedoch ausschließlich dem sekundären Problem eines Defizits an physischer Entfaltung durch fortschreitende Expansion des dominanten Pols (volle Flaschen) entgegenzuwirken vermag, ohne abschwächenden Einfluss auf die Triebvariable D zu nehmen, schlage ich vor, Option ä als triviale Lösung zu verwerfen. Ferner möglich, in der Durchführung jedoch von weit höherem Schwierigkeitsgrad, wäre das Ausweichen auf einen anderen Trinkpartner unter Verleugnung des von dir herangezogenen Axioms, Verdrängung etwaiger bei der Anwendung dieser Strategie auftretender genusshemmender Faktoren, Reaktionsbildung in Form einer Beweihräucherung der hierdurch erreichten Genussrotation, etlichen Rationalisierungen bzgl. des Verlustes des Alphatrinkpartners („Steffi trinkt weniger, da bleibt für mich mehr übrig“) und eventuelle einer abrundenden Projektion („DU willst ja nicht mit mir saufen“). Ein nicht zu missachtender, störender Faktor muss hier proleptisch beigefügt werden: Eine unkontrollierbare Katastrophenreaktion seitens des personifizierten positiven Verstärkers kann bei dieser Art des Entzugs in Form einer unzielgerichteten Handlungsexplosion bleibende Schäden anrichten.
Ich erachte daher Option ö für die Optimale Lösung:
Schreib mir mal, ich komm vorbei

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