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Slobodan und ich

Dominik Dominik sagt:

Extremitäten

Unlängst verlor ich meinen Glauben in Punks, als ich am Bahnhof einen Vertreter dieser Art vertieft in eine Bildzeitung sah. Wie er da so saß, ohne jede Scheu den kapitalistischen Klassenfeind in den Händen, konnte man ihm einfach nicht mehr seine politischen Ideale abnehmen. Das war vor einigen Wochen in Herford.

Doch eben hatte ich die Freude eines Erlebnisses, wie es nur in Lüdenscheid möglich ist. Beim Dönermann (Der Laden heißt tatsächlich so) in der Mittagspause steht ein Rudel Vorzeigefaschos. Zwischen 17 und 20 inklusiv älterem Gruppenführer, lichtes Haar, Lonsdalebomberjacke mit schwarzweißroten Streifen. Kein ungewohnter Anblick in Lüdenscheid, das Erstaunliche an dieser Szene war ihr Verhalten: Es war völlig korrekt! Freundlicher Gruß, sauber aufgegebene Bestellung, kein Maulen, kein Pöbeln. “Vierneunzig” sagt der Dönermann und erhölt als Antwort “Fünf stimmt.. Danke, Tschüss!”.

Was ist das für eine Welt, in der ein Faschist einem Türkischen Mitbürger dankt und 10 Cent schenkt? Hat die die NPD Freundlichkeitswochen oder… oder ist man eigentlich nur Faschist geworden, weil halt sonst gerade nichts zu tun war? Tendenziell wäre dies natürlich eine wünschenswertere Form des Faschismus und auf jeden Fall erfreulich, wenn der Faschist der Zukunft ähnlich gefährlich wie die Miss Sixty Bewegung wäre. ´

Wie dem auch sei, eine sehr surreale Szene, in die ich völlig unvorbereitet und mit leerem Magen geschleudert wurde. Vergleichbar, als wäre ich in ein Zimmer voller Hells Angels gestolzert, die mit abgespreiztem Finger Früchtetee trinken und nebenbei plaudernd Kuchen essen. Seltsame Welt hier.

3 Reaktionen zu “Extremitäten”

  1. ptx1981.org

    Komische Sache … mir gibt so etwas aber zu denken. Wahrscheinlich wirklich Freundlichkeits-Wochen …

  2. Dominik

    Der salonfähige Rechtsextremismus ist wahrhaft eine gruselige Vorstellung.

  3. ptx1981.org

    Bisher konnte man sich auf die mangelnde Intelligenz dieser Kameraden aber doch immer verlassen, so auch bei der Sache gestern im Sächsischen Landtag. Hoffentlich machen die weitere Fehler …

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Mit Herz und Totenkopf durchs feindliche Leben
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