Dominik Schwarz - grenzschicht.com

Dominik Schwarz: grenzschicht.com

Slobodan und ich

Dominik Dominik sagt:

Unter Parias


Für jeden was dabei, in Frankfurt

Wer in Frankfurt in Bahnhofsnähe in einem Supermarkt eine Flasche Wasser kaufen möchte, fühlt sich direkt in eine RTLII-Sendung versetzt. Fahle Gesichter bringen Leergut zurück, Gescheiterte Existenzen stehen Kupfermünzen zählend vor dem Regal mit hartem Alkohol, welches vorsichtshalber sowieso nur mit “Ansichtsexemplaren” gefüllt ist. Wer das harte Zeug will, muss an der Kasse fragen. Die Kassiererin bietet lauthals einem betrunkenen Kunden Paroli, sie weiß, dass man auf anderem Weg keine Chance hat und man sieht, dass sie diesen Job schon lange macht. Vor der Tür, zwischen “Pizza Italia” und einem Sexshop, liegt ein Bettler auf dem Gehweg und ein kleiner Mann mit lederner Haut schleicht ihn argwönig beobachtend an ihm vorbei. Die ganze Straße riecht nach Räucherstäbchen, der Duft strömt aus den asiatischen Geschäften, die hier in den Kelleretagen der Stundenhotels ihren Sitz haben. Im strahlenden Licht der Morgensonne blinkt in neonfarben “24h Videoshow”, ein leichtes Mädchen, das vor viel kürzerer Zeit kein Mädchen mehr ist als man es denken könnte, steht vor dem Rückspiegel eines Motorrrads und schminkt sich. Lippenstift nachziehen, Haare begutachten, das muss reichen. Ein Geschäftsmann im zu kleinen Sakko schaut ihr hinterher, bis er mitsamt Aktentasche hinter der nächsten Ecke abbiegt.

Natürlich gibt es all diese Menschen in jeder größeren und auch oft kleineren Stadt, doch in keiner deutschen Stadt scheint mir das Extrem so fassbar zu sein. Hier, im Schatten der Wolkenkratzer, auf perfekt gekehrten Nebenstraßen unweit der Spiegelfassaden.

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Mit Herz und Totenkopf durchs feindliche Leben
Im Herzen ein Handwerker!
Glück ist käuflich!
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21Wooosh - einer dieser sogenannten Gedanken